Dienstag, 19. Mai 2015

Freihand HDR mit Lightroom ohne Stativ

Ups.... Lightroom 6 hat eine HDR Funktion integriert. Ich bin nicht wirklich ein Fan von überzogenen HDR Bildern, wie man sie häufig im Internet sieht. Manchmal sind die Kontraste draußen aber sehr hoch und ein gemäßigtes HDR ist die einzige Möglichkeit die Belichtungssituation zu beherrschen. Beim HDR werden normalerweise mindestens 3, besser 5 Aufnahmen vom Stativ gemacht, die dann übereinander gestackt werden.

Nicht immer ist ein Stativ vorhanden, manchmal nichtmal eine gescheite Kamera..... wie neulich beim Sonntagstrip nach Billerbeck im schönen Münsterland.

Die Kolvenburg ist ein Standardmotiv und ich hatte mal wieder nur meine kleine Canon S110 dabei. Die Canon bietet zwar ein RAW Format an und hat auch für die gebotene Sensorgröße einen ordentlichen Dynamikumfang, aber in dieser Situation war einfach nichts zu machen. (Burg gegen die Sonne fotografiert)

Ich hatte ein paar Tage zuvor mit dem neuen Lightroom rumgespielt und die HDR Funktion angetestet, also dachte ich mir: Einfach mal zwei Aufnahmen freihand vom gleichen Standpunkt mit unterschiedlichen Belichtungen machen.

Normalbelichtung:

- 2 Blenden



Der Ausschnitt ist leicht verändert, was man an den Blättern oben rechts ganz gut erkennen kann. Lightroom richtet die Aufnahmen dann automatisch aus.

Nach LR HDR



Blick auf ein Detail, man kann gut erkennen, dass Lightroom die Aufnahmen recht genau ausgerichtet hat. Einen Versatz oder unschöne Überblendeffekte kann ich nicht erkennen.



Fazit:

Sieht doch ganz gut aus !! Ich kann nur empfehlen in schwierigen Belichtungssituationen auch mal freihand eine Belichtungsreihe zu machen, Lightroom ist euer Freund und rettet die Situation ganz passabel. Das heißt jetzt nicht, dass man generell auf ein Stativ verzichten sollte, aber zur Not geht's auch mal ohne. Immer noch besser, als auf ein Motiv zu verzichten.

Samstag, 16. Mai 2015

Bildbearbeitung vorher - nachher, Architekturfoto

Heute möchte ich erklären, wie ich bei der Bildbearbeitung meiner Architekturfotos in Lightroom und Photoshop vorgehe. Ich war vor einiger Zeit am LVM Campus in Münster unterwegs und habe dort ein Bürogebäude fotografiert.

Die Aufnahme entstand mit einer Nikon D800 und einem Shiftobjektiv (Samyang 24mm f 3.5 ED). Mit dem Shiftobjektiv kann ich schon während der Aufnahme die stürzenden Linien korrigieren. Bei der Aufnahme habe ich ein Stativ verwendet, als Blende habe ich f13 gewählt, um die nötige Tiefenschärfe zu erreichen.

Hier das unbearbeitete Ausgangsbild:



Normalerweise wäre in LR der erste Schritt, die Aufnahme auszurichten, und die stürzenden Linien zu korrigieren. (Lightroom: Objektivkorrekturen). Da ich aber bereits im Vorfeld mit dem Shift Objektiv fotografiert habe, ist das bei dieser Aufnahme nicht nötig.

Schauen wir uns zunächst das Originalbild an. Es sind einige störende Elemente im Bild enthalten, Laterne links, Verkehrsschilder, Kondensstreifen, Schatten auf der Strasse u.s.w. Die Korrekturmöglichkeiten dazu sind in Lightroom beschränkt, den Kondensstreifen retuschiere ich mit dem Reparaturpinsel.

Als nächstes kümmere ich mich um Farbwiedergabe und Kontrast. Ich korrigiere die Belichtung etwas, damit das Foto heller wird. Die Tiefen und Schwarz helle ich ebenfalls etwas auf. Zum Schluss werden noch Klarheit und Kontrast angepasst.

Oft ist es an dieser Stelle auch sinnvoll, den Weißregler nach rechts zu verschieben um die Weißtöne klarer werden zu lassen.
Der Himmel ist mir noch etwas zu hell, deswegen reduziere ich die Helligkeit der Blautöne. Farbton und Sättigung lasse ich bei diesem Foto unverändert.


Das Ergebnis sieht schon ganz gut aus:



Da ich einen möglichst klaren Look erreichen möchte, müssen jetzt noch die störenden Details entfernt werden. Da Lightroom hier nur eingeschränkte Möglichkeiten bietet, wechsele ich zu Photoshop und retuschiere Verkehrsschilder, Straßenlaternen und andere überflüssige Dinge raus. Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus:



Die vorgenommenen Einstellungen kann man natürlich nicht einfach 1:1 auf jedes Foto übernehmen, da je nach Ausgangsmaterial unterschiedliche Einstellungen erforderlich sind, aber ich denke, es gibt einen kleinen Einblick in die Art und Weise, wie ich meine Bilder bearbeite.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Geotagging mit dem Smartphone, gps4cam

Matthias Schwindt vom Geotaggingblog hat einen guten Artikel zum Thema gps4cam geschrieben. Mit gps4cam können unterwegs Trackinformationen gesammelt werden, die dann später am Rechner mit einem kleinen Programm zu den Fotos hinzugefügt werden können. gps4cam hat das recht einfach mittels eines QR Codes realisiert (näheres siehe Artikel).

gps4cam geht sehr schonend mit dem Akku um, man kann den Aufzeichnungsintervall für die GPS Signale einstellen, das GPS wird dabei nur kurz benutzt.. Logischerweise ist die Genauigkeit vom gewählten Zeitintervall abhängig.

Frank Weber hat dazu auf seinem YouTube Channel auch ein interessantes Video


Neuerdings gibt es auch eine Integration von Dropbox. Das bedeutet, dass man den Track aus gps4cam direkt nach Dropbox als GPX exportieren kann. Am Rechner werden die Fotos anschließend von der Karte direkt nach Lightroom importiert. In Lightroom kann man dann die GPX Informationen aus der Dropbox den Fotos zuordnen. Wie das genau geht ist hier beschrieben.

(leider ist dieses Feature der Pro Version vorbehalten, derzeit nur für IOS verfügbar)


gps4cam gibts für alle gängigen Betriebssysteme

Dienstag, 12. Mai 2015

Das richtige Licht für Landschaftsfotografie und Architekturfotografie

Leider hat man als Fotograf kaum Möglichkeiten das Licht bei Landschafts- oder Architekturfotos zu beeinflussen. Wenn man eine längere Fototour plant, ist ein Blick auf den Wetterbericht selbstverständlich, aber das richtige Wetter ist nur eine Komponente.

Gegenlicht oder Schatten auf wichtigen Gebäudeteilen machen die Situation für den Fotografen nicht einfach. Zum Glück gibt's ein paar kleine Helfer, die es ermöglichen im Vorfeld den Sonnenstand zu checken.

Suncalc ist eine Internetanwendung, die basierend auf Google Maps den Sonnenstand zu einer bestimmten Uhrzeit für einen bestimmten Ort anzeigt. Die Zeiten für Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und blaue Stunde werden ebenfalls angezeigt.


Für unterwegs gibt es für Android die App Lighttrack, die im Prinzip das Gleiche macht. Auch für IOS gibt es ein Tool zur Berechnung des Sonnenstandes im Appstore, was ich aber mangels iPhone nicht testen konnte.( The Photographer's Ephemeris )

Freitag, 8. Mai 2015

Lightroom Workflow, Vorsortieren von großen Bildermengen mit Faststone

Mitunter ist es sinnvoll vor dem Import von Fotos nach Lightroom eine Vorsortierung vorzunehmen. Gerade auf Reisen kommen sehr viele Fotos zusammen, da ist eine Vorabsortierung sinnvoll,um nicht am Ende der Reise tausende von Fotos zu sichten.

Oft ist unterwegs auch nur ein Notebook verfügbar, welches von der Rechnerkapazität her beschränkt ist. Ich verwende gerne Faststone zum Vorsortieren von großen Bildermengen. Faststone ist Freeware für private Nutzung und glänzt durch hohe Geschwindigkeit und einen sehr praktischen Fullscreenmode.


Faststone liest alle gängigen RAW Formate und ermöglicht es selbst auf einem Subnotebook, wie z.B. dem Acer 1810TZ (Dualcore 1,3 GHZ), RAW Dateien einer Nikon D800 mit 36 Mio Pixel schnell zu sichten. Bei RAW Dateien wird das eingebettete JPEG angezeigt, was aber zum Sortieren völlig ausreicht.

Einfache Bearbeitungsmöglichkeiten für JPEG sind ebenfalles integriert. Wichtig für Fotografen: Faststone beherrscht Colormanagement. (muss in den Einstellungen aber aktiviert werden)

Die Dateien lassen sich einfach per Import von der Speicherkarte auf den Rechner kopieren.

Nachdem die Bilder sich auf dem Rechner befinden, gelangt man über einen Doppelklick auf einen Thumbnail in den Fullscreenmodus. Schiebt man die Maus zum rechten Bildschirmrand, werden die Exif Daten angezeigt. Am linken Bildrand gibt es ein paar Bearbeitungstools, wenn die Maus nach oben geschoben wird, erscheint ein Dateibrowser.

Klickt man jetzt auf das Bild und hält die Maustaste gedrückt, gelangt man in die 100% Ansicht und kann das Foto frei verschieben um z.B. Schärfe und Details zu kontrollieren, genial! Mit den Tasten Bild hoch/runter kann man von Foto zu Foto blättern, alternativ geht das auch mit dem Mausrad, oder Pfeil rechts/links. Das Histogramm kann man sich mit CTRL-H anzeigen lassen. Mit "P" lassen sich zwei Fotos vergleichen.

Die Tast "M" steht für "move" und verschiebt ein Foto in ein definierbares Zielverzeichnis, das könnte z.B. der Autoimport Ordner von Lightroom sein. Falls man die Bilder später an einem anderen Rechner weiterbearbeiten möchte, kann man eine beliebiges Zielverzeichnis wählen. Es lassen sich auch mehrere Zielverzeichnisse in Faststone als Favouriten festlegen.

Faststone bietet zudem eigene Skins, umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten (hier ausgiebig erläutert) und einen speziellen Modus für Benutzer mit zwei Monitoren. Wren McMains und Joe Holler haben noch so einiges an weiterführenden Infos auf ihrer Webseite zur Verfügung gestellt.


Fazit: Faststone ist nicht nur ein guter Bildbetrachter sondern ein praktisches Tool zum Sortieren von großen Fotomengen.

Alternativen wären z.B. fastpictureviewer,  Photo Mechanic,  XnView oder IrfanView

Hier noch ein Video:


How to use FastStone Image Viewer from Phuoc Le on Vimeo.



Donnerstag, 23. April 2015

Lightroom 6, hidden Features / Detailverbesserungen

Seit kurzem ist das neue Lightroom 6 auf dem Markt. Neben HDR, Panorama und Gesichtserkennung gibt es noch eine Reihe von Detailverbesserungen, die Adobe im Lightroomblog beschreibt. Und hier als Video:

Dienstag, 21. April 2015

Ein Film über Sebastião Salgado, Das Salz der Erde



Sebastião Salgado ist ein Fotograf, der auf ein ganz besonderes Lebenswerk zurück blicken kann. Salgado ist Brasilianer und dokumentiert in Langzeitprojekten mit beeindruckenden Schwarzweißfotos das Leben der Menschen in der dritten Welt. Bekannt wurde Salgado durch seine Reportagen über das Leben der Arbeiter in südamerikanischen Goldminen.

In seinem jüngsten Projekt Genesis geht es um die letzten Naturparadiese auf der Erde. Wim Wenders hat jetzt das Leben und die Arbeit von Salgado zusammen mit seinem Sohn Juliano Ribeiro Salgado verfilmt. Entstanden ist ein einfühlsames Porträt des Fotografen und eine tolle Bilderschau.

Leider habe ich den Film im Kino verpasst. Es wäre bestimmt toll gewesen, Salgados Fotos im Kinoformat zu sehen. Zum Glück ist die Dokumentation "Das Salz der Erde" inzwischen auf auch Bluray erhältlich.

Von Wim Wenders läuft übgrigens aktuell eine Ausstellung in Düsseldorf im Kustpalast (bis zum 16.8.2015)