Dienstag, 26. November 2013

Online Portfolios gestalten mit Behance Prosite als CMS

Seit einiger Zeit bin ich bei der Adobe Creative Cloud für Fotografen angemeldet. Neben Photoshop und Lightroom ist auch ein Account bei Behance.net im Preis mit inbegriffen. Behance? Nie gehört.... Ich war natürlich neugierig und habe mich mit dem Angebot von Behance daraufhin tiefergehend beschäftigt. Behance ist seit einiger Zeit ein Tochterunternehmen von Adobe und bietet die Möglichkeit, Projekte im Web zu diskutieren und zu präsentieren.

Als Fotograf nutze ich Behance zur Präsentation von Fotos. Ein Projekt ist dabei immer eine Sammlung von Fotos, im Prinzip nichts anderes als eine einfache Galerie. Man kann bei Behance beliebig viele Projekte anlegen, die Fotos kommen dabei entweder direkt aus der Adobe Cloud oder werden separat hochgeladen. Projekte können der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, womit dann alle Möglichkeiten eines Sozialen Netzwerkes zur Verfügung stehen. (Kommentieren, folgen, teilen u.s.w.)
Hier mal meine Startseite:

Die Projekte lassen sich natürlich jederzeit modifizieren. Bis zu diesem Punkt ist Behance für jedermann kostenlos.

Im Web und auch als APP.. 

Nachdem man seine Fotos erst einmal hochgeladen und in Projekte einsortiert hat, können diese Daten z.B als Portfolio auf einem Tablet / Handy genutzt werden. Dazu muss nur die APP von Behance installiert werden, und die Fotos stehen direkt in einem schlichten Portfolio, nach Projekten sortiert, auf dem mobilen Gerät zur Verfügung.

Die Fotos werden dabei auf das mobile Gerät automatisch heruntergeladen und stehen somit auch offline als Portfolio zur Verfügung. Änderungen in den Projekten werden unmittelbar mit dem Tablet synchronisiert. Super !!!!!

Neben dem mobilen Portfolio hat man noch die Möglichkeit sich eine schicke Portfoliowebseite zu generieren. Dazu kommt dann Prosite von Behance zum Einsatz. Prosite ist Bestandteil der Creative Cloud und für Cloud Mitglieder kostenlos, ansonsten wären für diesen Service 11$ pro Monat fällig.




Prosite nimmt im Prinzip die zuvor erstellten Projekte aus Behance und generiert daraus eine Portfoliowebseite. Sofern man Änderungen an bestehenden Projekten vornimmt, muss nur die Prosite einmal publiziert werden und schon ist alles aktualisiert. Neue Projekte auf Behance können sehr einfach in eine bestehende Webseite integriert werden. Hier mal ein Blick auf den Editor:



In die Navigationsleiste des Portfolios lassen sich auch problemlos editierbare Seiten integrieren, die von Prosite verwaltet werden. (z.B. für Kontakt und Impressum) Darüber hinaus lassen sich aus der Navigation heraus Links zu externen Webseiten aufbauen. Über diesen Weg lassen sich dann z.B. vorhandene Webinhalte in die Prosite integrieren. Ich habe z.B. meinen Blog, der bei blogger.com gehostet wird, über diesen Weg eingebunden. Natürlich sollte man die Styles von externen Inhalten und Prosite aneinander angleichen.

Fazit:

Es gibt diverse Möglichkeiten das Portfolio seinen eigenen Wünschen anzupassen, mir gefällt es jedenfalls sehr gut. Speziell die einfachen Änderungsmöglichkeiten und die Tatsache, dass Webseite, mobiles Portfolio und behance.net immer syncron laufen, ist super. 

Galerien (bzw. Projekte) lassen sich sehr schnell und einfach in ein schickes Portfolio integrieren. 

Die Netzwerkfunktionen von Behance benötige ich nicht, da ist mir Google+ lieber. Insgesamt gesehen ist Behance ein toller Zusatznutzen in der Adobe Cloud. Mir hat das Ganze jedenfalls so gut gefallen, dass ich direkt mein altes Fotoblog in ein Behance Prosite Portfolio eingebunden habe. Das Ergebnis seht ihr gerade vor euch.

Hier nochmal ein paar Links:





Montag, 7. Oktober 2013

Streetfotografie mit einer Kompaktkamera ? Tipps !



Ja, warum eigentlich nicht ? Die klassische Kamera für die Streetfotografie ist die Leica M. Generationen von Fotografen haben mit diesem Gerät auf den Straßen fotografiert. Leider hat die Leica ein „kleines“ Preisproblem uns somit stellt sich schnell die Frage nach Alternativen. 

Auf der Straße sollte die Kamera unauffällig sein, Spiegelreflexkameras sind deshalb nicht unbedingt geeignet. Optimal sind die aktuellen Systemkameras aber auch die kleine Kompakte ist nicht zu verachten.
Mit einer Kompaktkamera kann der Straßenfotograf unauffällig arbeiten, er wird von seiner Umgebung nicht als Fotograf sondern eher als Tourist wahrgenommen. Gerade im städtischen Umfeld gehören mit Handys und Kompaktkameras fotografierdende Menschen zum Straßenbild. 

Eine Kompaktkamera lässt sich problemlos in der Jackentasche transportieren und ist immer „am Mann“. Die Systemkameras sind da schon etwas sperriger.  Hinzu kommt der Vorteil, dass Kompaktkameras einen kleinen Sensor haben und somit eine große Tiefenschärfe bieten. Darüber hinaus lösen viele Kompaktkameras fast geräuschlos aus. 

Auf der Straße mag ich es, wenn ich die Kamera mit einer Hand bedienen kann, auch da ist die Kompakte im Vorteil. Nicht zu unterschätzen sind auch Klappdisplays in Kombination mit Touchbedienung.
Falls also keine Systemkamera zur Verfügung steht, würde ich die Kompakte jederzeit der Spiegelreflex vorziehen. Wichtig sind dabei allerdings die richtigen Kameraeinstellungen, damit die Streetfotografie auch Spaß macht.

Streetfotografie mit einer Kompaktkamera ? Die richtigen Kameraeinstellungen !




Speed, Speed und nochmals Speed ist auf der Straße wichtig. Jeder, der schon mal auf der Straße fotografiert hat, weiß wie schnell sich die Szene ändert. Eine schnelle Kamera ist wichtig !!! Gerade bei diesem Kriterium schwächelt die Kompaktkamera. Langsame Einschaltzeiten und langsamer Autofocus ist die Regel. Was ist zu tun? 

  • Sofortige Einsatzbereitschaft ist wichtig!
Oft dauert es erst einmal ein paar Sekunden, bis die Kamera sich eingeschaltet hat. Das Motiv ist in der Zwischenzeit verschwunden..... Das Problem der Einschaltzeit lässt sich einfach dadurch umgehen, dass die automatische Endabschaltung der Kamera deaktiviert wird. Die Kamera bleibt einfach im eingeschalteten Modus. Das geht zwar auf die Akkukapazität, aber ein bis zwei Zusatzakkus ermöglichen auch mit eingeschalteter Kamera einen ausgiebigen Stadtbummel.

  • Manueller Focus statt Autofocus !

Viele Kompaktkameras bieten die Möglichkeit auf manuellen Focus umzuschalten. Für mich ist das die wichtigste Option, damit die Kamera Streetfotografie tauglich wird. Kaum ein Kompaktkameranutzer wird diese Option bislang genutzt haben, für Streetfotografie ist der manuelle Focus aber eine der wichtigsten Hilfen.

Durch den kleinen Sensor hat die Kompaktkamera einen sehr großen Schärfentiefebereich. Wir stellen die Kamera jetzt auf Manuell und dann auf eine Entfernung von etwa 2 m ein. Das geht entweder über eine Skala, alternativ kann man einfach auf ein ca. 2 m entferntes Objekt scharf stellen.  Durch Wahl einer entsprechenden Blende z.B. 5,6 ist dann fast alles auf dem Foto scharf abgebildet. (Bei Kameras mit größeren Sensoren sollte man auf f8/f11 abblenden) Die Kamera kann jetzt sofort ohne jegliche Verzögerung durch den Autofocus ausgelöst werden.

Falls die Kamera einen sehr schnellen AF hat, kann man auch mit AF fotografieren. Es kann auch hilfreich sein, mit der Gesichtserkennung zu experimentieren. Die Kamera erkennt dann selbstständig Gesichter im Motiv und stellt darauf scharf. Das trifft aber m.E. nur für Systemkameras zu, da bei den Kompakten der AF normalerweise zu langsam ist.

  • Die richtige Zeit / Blendenkombination für Streetfotografie
Ich verwende auf der Straße gerne kurze Zeiten von z.B. 1/125tel. oder 1/250tel. Der Vorteil bei diesen Zeiten ist, dass man auch aus der Bewegung heraus fotografieren kann. Optimal ist es, wenn die Kamera im manuellen Modus eine Isoautomatik bietet. Die Einstellung ist dann z.B. 1/250tel und Blende 5,6; die ISO lässt man durch die Kamera wählen.  Sollte das nicht möglich sein, würde ich Zeitvorwahl mit Blendenautomatik einstellen.

  • Die richtige Brennweite für Streetfotografie
Die klassischen Brennweiten für Street ist 50mm bzw. 35mm.  (jeweils auf Kleinbild umgerechnet) Man wählt also Normalbrennweite bzw. einen leichten Weitwinkel. Diese Brennweiten haben den Vorteil, dass die Aufnahme eine gewisse Intensität hat und Natürlichkeit ausstrahlt. 

Darüber hinaus wären noch 28mm und 70mm geeignet. 28mm verlangen aber nach einem sehr kurzen Abstand zum Motiv und sind nicht jedermanns Sache. Andererseits bringt der Weitwinkel Dynamik und Intensität ins Spiel. 28mm sind auch gut für Fotos geeignet, bei denen nicht durch den Sucher geschaut wird. Bei 28mm ist „mehr“ auf dem Foto und man hat in der Nachbearbeitung etwas Reserve, wenn man den Ausschnitt noch verändern möchte.

70mm bieten sich für Einsteiger an, da der Abstand zum Motiv relativ groß ist. Darüber hinaus hat man bei belebten Szenerien die Möglichkeit sich einzelne Motive herauszugreifen.
Längere Brennweiten machen wenig Sinn, da die Bildaussage an Nähe und Intensität verliert, die Personen wirken oft „abgeschossen“. Extremere Weitwinkel sind etwas für Spezialisen, hin und wieder wird allerdings auch ein 24mm verwendet.

  • Leise soll's sein !
In den Kameraeinstellungen sollten sämtliche Geräusche deaktiviert werden. Das gilt für nervendes Piepen und auch für die Lautstärke des Auslösegeräusches.

  • RAW vs. JEPG   
Inzwischen bieten auch viele höherwertige Kompaktkameras die Wahl zwischen RAW Format und JPEG. Normalerweise bin ich ein Fan vom RAW Format, da man einfach mehr Möglichkeiten bei der Bildbearbeitung hat. Bei Streetfotos sehe ich das nicht ganz so eng, hier kommt es nicht so sehr auf technische Perfektion an. 

Inzwischen wähle ich auch gerne JPEG und nutze sogar die Kamerainterne Schwarzweissumwandlung. Die Kontrasteinstellungen erhöhe ich dabei etwas. Für mich hat das den Vorteil, dass mich Lightroom nicht zu Spielereien verleitet und die Fotos einen durchgängigen Look bekommen.





Ich hoffe, die Tipps helfen ein klein wenig, einfach mal ausprobieren !